Anzahl Produkte: (0)
Total: CHF 0.00

Beratung

Haben Sie Fragen zu einem Produkt?
Wir beraten Sie gerne.

071 686 88 88

Traubensorten-Lexikon

Hier finden Sie interessante Infos zu Traubensorten aus der grossen Welt der Weine.


Amigne

Amigne (oder Amigne blanche) ist eine Weissweinsorte, die einst auch Amique genannt wurde. Die Sorte wurde jedoch erstmals 1878 in einer ampelografischen Ausstellung in Genf erwähnt. Vermutlich wurde Amigne bereits von den Römern eingeführt. Drei Viertel der weltweiten Produktion stammen aus dem Schweizer Kanton Wallis, und dort vor allem aus der Gemeinde Vétroz.

Als spätreifende Sorte bringt die Amigne Weine mit Noten von Orangen und Mandarinen, im Gaumen ausladend, grosszügig und oft mit leichter Restsüsse hervor. Ihre losen, gut belüfteten Beeren ermöglichen es, die Trauben lange am Stock zu lassen. Sie produziert sehr reichhaltige, fast orientalisch anmutende Süssweine.

Ob süss oder trocken, die Amigne besitzt ein beachtliches Alterungspotenzial. Grosse Jahrgänge sind noch nach mehreren Jahrzehnten überragend.

Arneis

Die alte autochthonen Arneis-Traube – im lokalen Dialekt des Piemonts «die kleine Schwierige» – war Ende des 20.Jahrhunderts fast ausgestorben. Anfänglich setzte man sie vor allem als Verschnittwein ein, um die Tanninhärte im Nebbiolo und im Barolo zu senken. Deshalb trägt die Arneis-Rebsorte auch den Beinamen «Barolo bianco». Im 20. Jahrhundert gingen die Winzer jedoch dazu über, den Barolo zu 100 Prozent aus der Nebbiolo-Rebsorte zu gewinnen. Erst seit den 1990er Jahren wurde sie wiederentdeckt und nun eine Renaissance.

Ausserhalb des Piemonts wird sie vereinzelt in Australien, Kalifornien und Neuseeland. Es erfordert viel Erfahrung, Arneis gekonnt zu kultivieren und vinifizieren. Wenn es gelingt, brillieren die Weine mit feiner Säure und einem sehr runden Geschmack. Auch bestechen sie mit einem exotischen Fruchtaroma und hohem Alkoholgehalt.

Barbera

Barbera ist eine hochwertige Rebsorte aus dem Piemont, wo sie schon im 13. Jahrhundert im Monferrato angebaut wurde. Sie ist heute in ganz Italien verbreitet, ist anpassungsfähig und ertragsstark. Barbera-Weine gelten als kraftvoll, mit ausgeprägten Pflaumen-Aromen, angenehmer, leichter Säure mit vollem Körper und einer tief-rubinroten Farbe. Sie sind bekannt für eine gewisse Erdigkeit und ihre holzige Geschmacksnote.

Grosse Mengen der Ernte gehen jedoch in die Herstellung eines leichten Rotweins, der leicht sprudelnd als Frizzante ausgebaut wird.

Bobal

Diese stark verbreitete, spanische Rotweinsorte gilt als äusserst widerstandsfähig gegen Trockenheit, ist jedoch anfällig auf Botrytis und Echten Mehltau. Bobal liefert tiefroten, eher rustikalen Wein. Sie behält ihre Säure besser als die populäre Monastrell, mit der sie oft gemeinsam verarbeitet wird, und erbringt deutlich niedrigeren Alkoholgehalt. Vereinzelt werden auch gute Rosé-Weine aus Bobal hergestellt.

Cabernet Franc

Die Rotweinsorte Cabernet Franc wird fälschlicherweise oft als kleiner Bruder der weitaus bekannteren Cabernet Sauvignon bezeichnet. Faktisch bildet sie jedoch zusammen mit der Sauvignon blanc die Eltern des Cabernet Sauvignon. Zudem führte die Kreuzung mit der Magdeleine Noire des Charentes zur ebenfalls sehr berühmten Merlot-Rebe und die Kreuzung mit der Gros Cabernet zur Carmenère.

Wo sie also bereits bei den Züchtungen in der zweiten Reihe steht, wird sie auch beim Ausbau mehrheitlich als Verschnittpartner verwendet. Sie bildet für die berühmten Rotweine im Bordeaux allerdings eine der sechs Rebsorten, die verwendet werden dürfen. Die Herkunft der seit Jahrhunderten in Frankreich heimischen Cabernet Franc ist unbekannt; es wird eine Abstammung von Wildreben vermutet.

Ihr Tanningehalt ist geringer, die Weine weniger kräftig mit weniger Bouquet und Körper als der Cabernet Sauvignon. Allerdings reifen die Reben früher und sind ertragreicher als die Cabernet Sauvignon. Somit ist sie auch für kühlere Anbaugebiete geeignet.

Reinsortig wir Cabernet Franc an der Loire und im Italienischen Bolgheri ausgebaut. Überaus erfolgreich! Die Weine präsentieren sich mit einem Aroma von Himbeeren, schwarzen Johannisbeeren, Erdbeeren und Veilchen, gepaart mit Noten von Paprika und grünem Pfeffer.

Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon gilt als beliebteste Rebsorte weltweit. Die grossen Bordeaux-Weine aus dem Médoc haben den «Cab» als wichtigsten Cuvée-Partner, in der Neuen Welt wäre er nicht von den Rebbergen wegzudenken und er brilliert als authentischer, unverkennbarer Charakterkopf. Die Rebsorte stammt aus dem Bordelaise (Bordeaux), wo sie seit Ende des 18. Jahrhunderts verstärkt angebaut wurde. Nach einer DNA-Analyse von 1997 geht sie auf eine Kreuzung von Cabernet Franc und Sauvignon blanc zurück. Sauvignon (vom französischen «sauvage» = «wild» abgeleitet) weist nicht auf die Kreuzung hin, sondern auf die früher vermutete direkte Abstammung von Wildreben.

Hauptanbaugebiete sind Frankreich, Chile, Argentinien, die USA (Kalifornien), Australien, Südafrika und Neuseeland. In Europa wird sie ausser in Frankreich hauptsächlich in Italien, Spanien, Deutschland und der Schweiz angebaut.

Die aus dem Cabernet Sauvignon-Weine sind durch ein tiefdunkles Rot geprägt. Wie kaum eine zweite Sorte ist sie in der Lage, neben ihrer stets unverkennbaren aromatischen Intensität das jeweilige Terroir besonders ausdrucksvoll widerzuspiegeln. Die gut strukturierten, aristokratischen Weine sind tanninhaltig, oft sehr langlebig und gut zum Ausbau im Eichenholz (Barriques) geeignet.

Canaiolo

Die autochthone Canaiolo oder Canaiolo Nero ist eine alte Rotweinsorte aus Italien. Bereits Anfang des 14. Jahrhunderts wird sie geschichtlich erwähnt. Ihr Anbau beschränkt sich auf Mittelitalien und Sardinien, wobei der Grossteil auf die Toscana entfällt: Sie ist ein Bestandteil des Chiantis. Die spät reifende, ertragsarme Sorte bringt farbintensive, körperreiche und samtige Rotweine mit leichtem Bitterton hervor. Meistens wird sie als Verschnittpartner für den Sangiovese verwendet.

Carignan

Carignano 

Cariñena 

In Frankreich unter Carignan, in Italien als Carignano und in Spanien als Cariñena bekannt, ist die rote Rebsorte einer der 10 häufigsten angebauten Sorten weltweit. Ursprünglich stammt sie aus dem spanischen Aragonien mit der gleichnamigen Stadt Cariñena. Dort hat aber mittlerweile die Sorte Garnacha die Nase vorn. Die spät reifende Carignan wird heute hauptsächlich in Frankreich und Algerien angebaut. Ausserdem in Spanien, Italien, Portugal, Kalifornien und Südamerika, wobei sich das Mittelmeerklima als ideal herausgestellt hat. Tiefgründige, konzentrierte Weine entstehen aus wenigen alten Rebstöcken in kargen Lagen.

Cariñena ist oft Cuvée-Partnerin, z.B. zusammen mit Tempranillo für Rioja-Weine. Im Languedoc ist die Traube in fast allen Weinen vertreten, wird aber in ihrem Anteil beständig verringert und durch Syrah und Cinsaut ersetzt, die aromareicher und feiner sind. Allerdings hat sich Cariñena auf den mineralische Llicorella-Böden im Priorat durchsetzen können und erzielt dort beste Ergebnisse. Dank ihrer kräftigen, rauen Tannine, der Säure und dunklen Farbe wird sie aber auch dort meistens verschnitten.

Carménère

Carmenère ist eine rote Rebsorte und war früher (bis zur europäischen Reblausplage ab 1850) im französischen Bordeaux weit verbreitet. Sie ist eine Kreuzung aus der Cabernet Franc und der Gros Cabernet. Mitte des 19. Jahrhunderts emigrierten Winzer aus Frankreich ins südamerikanische Chile und brachten einheimische Rebsorten wie auch die Carmenère mit. Aufgrund der geographischen Abgeschiedenheit blieb Chile bis heute von der Reblausplage verschont.

Die Rebe geriet jedoch in Vergessenheit, weil sie in Chile wegen ihrer optischen Ähnlichkeit oft in Mischbeständen mit Merlot angepflanzt wurde. Der deutliche Geschmacksunterschied und damit der unterschiedliche Ursprung konnte 1994 durch eine DNA-Analyse belegt werden. Zwei Jahre später wurde der erste reinsortige Carmenère in Chile produziert. Heute gilt Carmenère als typisch chilenisch und wird von dort reimportiert.

Meist handelt es sich um fruchtbetonte und runde Weine. Durch Barrique-Lagerung und niedrige Erträge kann Carmenère auch hochkomplexe und interessante Tropfen hervorbringen.

Catarratto

Catarratto ist die wichtigste Weissweinsorte Siziliens und wächst fast ausschliesslich dort. Mit den Anpflanzungen auf dem Festland zusammen steht sie auf dem 2. Platz von Italiens Weissweinsorten-Statistik. Die Sorte ist eher spät reifend und gilt als fruchtbar, wuchskräftig und gegen Pilzerkrankungen widerstandsfähig.

Die strohgelben bis bernsteinfarbenen, alkoholreichen Weine galten lange als eher einfach strukturiert und rustikal, weshalb die Traube meist als Verschnittpartner und für Wermut eingesetzt wurde. Mit konsequenter Ertragsbeschränkung und sorgfältiger Arbeit im Weinberg wie im Keller sind in den letzten Jahren jedoch interessante Weine entstanden.

Chardonnay

Die Edelrebe Chardonnay gilt als wichtigste Weissweinsorte weltweit. Die Heimat des Chardonnays liegt im Burgund. Eine kleine, gleichnamige Gemeinde steht dort für die abgeleitete Ortsbezeichnung «Cardonnacum»; eine Gegend mit unendlich vielen Disteln. Das grösste Anbaugebiet liegt heute jedoch in Kalifornien.

Die Chardonnay ist äusserst anpassungsfähig und brilliert mit einem hohen Qualitätspotenzial. Die beste Weinqualität erreicht die Sorte erst bei höherer Reife und auf kalkreichen Böden. Aufgrund der langen Reife besitzt ein guter Chardonnay einen verhältnismässig hohen Alkoholgehalt von 13 Vol.-% und mehr.

Als eine der wenigen Weissweine können Chardonnay-Weine von einem Eichenfass-Ausbau profitieren.

Chardonnays präsentieren sich körperreich, aber bezüglich Aroma weitaus weniger charakteristisch als Riesling oder Gewürztraminer. Sie reichen von frisch bis wuchtig-trocken. Die Aromen reichen von Himbeere, Vanille, tropischen Früchten und Pfirsich über Tomaten, Tabak und Tee bis zu Rosenblätter.

Chasselas

Chasselas wird in Deutschland als Gutedel und im Wallis als Fendant bezeichnet. Ihr Ursprung ist unklar, wird aber am Genfer See vermutet.

In der Schweiz liefert der Chasselas fruchtige, aromareiche Weine. Dabei präsentieren diese sich von leicht süffig bis zu Crus mit kräftigem, alkoholbestimmtem Charakter. Je nach Region sind sie fruchtig und blumig. Nach längerer Lagerung treten Honigaromen und nussige Noten hervor. Er wird geschmeidig und körperreich. Die Berücksichtigung des Terroirs bei der Vinifikation ist von erstrangiger Bedeutung.

In der Schweiz ist Chasselas ein typischer Apéro- aber auch Fondue- und Raclette-Wein. Gerne wird er zu Eglifilets, Forellen- und Hechtgerichten getrunken.

Chenin Blanc

Chenin Blanc wird seit dem 9. Jahrhundert in Frankreich angebaut. Ihre grösste Anbaufläche liegt jedoch in Südafrika. Sie ist vermutlich eine Kreuzung aus Sauvignon blanc und Roter Traminer. Chenin Blanc bewahrt die Säure auch bei hohem Reifegrad, was die Sorte auch zu einem idealen Verschnittpartner zum Beispiel für Chardonnay, Sauvignon blanc oder Sémillon macht. Da die Sorte sehr ertragsreich ist, sind entsprechende Beschränkungen für überzeugende Qualitäten essentiell.

Ausgebaut wird die Weissweinsorte mit und ohne Eichenholzeinfluss von trocken, halbtrocken bis üppig süss als Dessert – und als Schaumwein.

Corvina

Die wenig bekannte Corvina, auch Corvina Veronese genannt, ist die dominierende rote Rebsorte in Valpolicella und Bardolino. Ihr Ursprung ist unbekannt. Allerdings ist sie seit der Antike mit dem Veroneser Weinbau verbunden, weshalb Corvina auch die Königin der Veroneser Reben genannt wird. Sie ist die Hauptsorte der berühmten Valpolicella-Weine wie Bardolino, Recioto und Amarone della Valpolicella, wo sie häufig mit den Sorten Rondinella und Molinara verschnitten wird.

Sortenrein wirkt sie wegen der prägnanten Säure etwas hart und gilt deshalb als wenig harmonisch. Charakteristisch sind Aromen von Kirsche, Pflaume, Brombeere, Heidelbeere, Himbeere und Mandelmus.

Dolcetto

Über 80 Synonyme sind für die italienische Rotweinsorte Dolcetto bekannt. Ihr Ursprung ist nicht abschliessend geklärt. Belegt ist hingegen, dass die vor allem im Piemont angebaute Sorte gegen Ende des 16. Jahrhunderts die erstmals auf einer Bestandsliste in der Gemeinde Dogliani auftauchte und Ende des 18. Jahrhunderts von dem Grafen Nuvolone aus Monferrato erwähnt wurde. Von dort aus breitete sich die Traube schnell in den Westen Italiens aus und gelangte über italienische Auswanderer auch nach Kalifornien und Australien, wo es heute bereits 150 Jahre alte Reben gibt. Heute wird sie auch in Frankreich und Neuseeland angebaut.

Unterschieden werden in Italien sieben verschiedene Anbaugebiete mit DOC bzw. DOCG-Status. Die Traube sorgt für intensiv rubinrote Weine mit geringem Alkohol- und Säuregehalt. Weich ausbalanciert präsentieren sie sich mit einer angenehmen, leicht bitteren Mandelnote.

Furmint

Die Herkunft der alten, weissen Rebsorte Furmint ist nicht abschliessend geklärt. Eine Theorie besagt, dass im 13. Jahrhundert italienische Immigranten die spätreifende Rebe unter König Béla IV. nach Ungarn gebracht haben sollen. Eine andere Erklärung deutet auf die venetische Prinzessin Aurora Formentini. Sie soll das edle, sehr frostanfällige Gewächs im 17. Jahrhundert zur Hochzeit mit dem ungarischen Magnaten Ádám Batthyány mitgebracht haben.

Heute wird die Rebe hauptsächlich in Ungarn angebaut, kleine Flächen finden sich in Slowenien, Kroatien und Österreich. Die grössten Rebflächen sind in Tokaj, wo der weltberühmte Süsswein Tokajer hergestellt wird. Er ist bekannt für sein ausgeprägtes Reife – und Alterungspotenzial.

Gamaret

Die Rotweinsorte Gamaret ist eine Neuzüchtung der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Pflanzenbau in Pully. Es handelt sich dabei um eine Kreuzung von Gamay und Reichensteiner. Da Gamaret fast ausschliesslich im Genfer Gebiet angebaut wird, gilt sie als regionale Spezialität.

Die Traubensorte war von den Machern ursprünglich dazu bestimmt, Assemblagen mehr Farbe zu geben. Doch sie überzeugte auch als Solist. Die junge, noch wenig verbreitete Sorte trifft in den Genfer Rebbergen auf ideale Anbaubedingungen. Die Weine präsentieren sich im Bouquet und Aroma südländisch würzig und gut strukturiert.

Gamay

Die Weissweinsorte Gamay ist eine natürliche Kreuzung aus den Rebsorten Pinot und Gouais blanc/Heunisch. Ihr Ursprung ist unklar. Seit dem 14. Jahrhundert wird sie in Burgund angebaut, wobei sie ihr Name vermutlich vom gleichnamigen Ort an der Côte d’Or stammt. Ende des 14. Jahrhunderts war die robuste und ertragreiche Gamay-Rebe so beliebt, dass sie die im Burgund ansässige edle, aber im Anbau schwierigere Sorte Pinot Noir zu verdrängen drohte. Der Anbau von Gamay wurde daher in Burgund verboten, weshalb sie sich zunehmend im angrenzenden Gebiet des Beaujolais verbreitete.

Aus den Gamay-Trauben werden mehrheitlich leichte, erfrischende Weine mit kräftiger Säure und wenig Tanninen gekeltert. Typische Aromen sind Himbeere, Kirsche, Banane und Paprika. Die meisten Gamay-Weine sollten jung und leicht gekühlt getrunken werden. Die Cru-Weine des Beaujolais lassen sich jedoch auch einige Jahre lagern – manche bis zu 30 Jahre. Die typischen Aromen erinnern an Himbeeren und Kirschen, manchmal auch an Bananen und Paprika.

Gewürztraminer 

Die Weissweinsorte Gewürztraminer (im Elsass auch Gewurztraminer und Gewur(t)z) ist eine Mutation des Traminers. 1827 wurde sie an den Standorten Rheingau und Oppenheim erstmalig als «Rother Traminer» und «Rother Riesling» erwähnt. Der Erntezeitpunkt ist verlangt Fingerspitzengefühl: Im letzten Stadium der Ausreifung baut der Gewürztraminer sehr rasch Zucker auf- und somit Säure ab. Zu früh geerntet, verliert er sein charakteristisches Bouquet von Litschis und Rosenblätter. Eine zu späte Ernte lässt den Wein schwerfällig werden.

Glera 

Aus der weissen Traubensorte Glera werden mehrheitlich Schaum- (Spumante) und Perlweine (Frizzante) hergestellt, selten auch Weissweine wie Serprina und Grappolo. Bis 2009 hiess sie noch Prosecco. Doch als das gleichnamige Anbaugebiet eine geschützte Herkunftsbezeichnung erhielt, musste die in der Region Friaul-Julisch Venetien heimische Sorte umbenannt werden.

Die Auflagen zur Herstellung von Prosecco wurden durch den D.O.C. Status strenger. So ist die Lese nur noch in bestimmten Provinzen – z.B. Treviso, Triest und Udine – erlaubt und auch die Vinifikation sowie die Abfüllung müssen in dieser Region stattfinden. Auch Vorgaben bezüglich Verkaufsgebinde wie Flaschenfarbe und Verschlussart sind zu beachten. Diese Vorschriften haben dem Prosecco und damit auch der Glera-Traube zu enormen Qualitätsverbesserungen verholfen.

Die Glera ist spätreifend und anfällig für zahlreiche Rebkrankheiten.

Die Weine präsentieren sich zartfruchtig mit Noten von grünem Apfel und Pfirsich.

Grenache

Garnacha

Cannonau

Die Rotweinsorte Grenache stammt aus Spanien, wo sie unter dem Namen «Garnacha» bekannt ist. In Frankreich wird sie als Grenache Noire bezeichnet, in Sardinien als Cannonau und in der Toskana redet man von der Alicante. Urkundlich taucht sie das erste Mal im Mittelalter auf, wo sie um ein Gebiet in Nordspanien in unmittelbarer Grenznähe zu Frankreich, angebaut wurde.

Sie gilt als besonders hitzeresistent, die Trauben weisen sehr wenige Gerbstoffe auf und der Saft ist sehr blass. Sie bringen vollmundige und würzige Weine mit hohem Zuckergehalt hervor. Selten sortenrein ausgebaut, ist sie beliebt für bekannte Cuvées wie den französischen Châteauneuf-du-Pape oder den kalifornischen Portwein, aber auch bestens geeignet für Rosés wie den berühmten Tavel. Oft wird sie mit tanninhaltigeren Sorten wie Tempranillo, Syrah und Mourvèdre verschnitten.

Hárslevelű

Hárslevelű ist ungarisch und bedeutet so viel wie «Lindenblättriger». Die sehr alte, weisse Rebsorte aus Ungarn wurde einst für den Tischwein der einheimischen Könige verwendet. Ihre Blätter ähneln entfernt an Lindenblätter, das Traubenaroma hingegen erinnert an blühende Linden.

Über 40 Synonyme sind für die für Graufäule anfällige Rebsorte bekannt. Ausser in Ungarn wird sie nur noch vereinzelt in der Slowakei, in Südafrika und im österreichischen Burgenland angebaut. Oft reinsortig ausgebaut, präsentierten sich ihre Weine früher meist süsslich, extrakt- und bouquetreich. Heute entstehen aussergewöhnliche, trockene, relativ alkoholreiche Weine von bemerkenswerter Qualität. Die charakteristisch markante Mineralität und die säurebetonte Frucht machen diese Weine sehr spannend. Im Cuvée mit Furmint hat sich durch den Süsswein Tokajer längst äusserst erfolgreich das internationale Parket erobert.

Malbec

Der Malbec ist eine alte französische rote Rebsorte. Früher wurde er in 30 Départements angebaut, weshalb fast 400 Namen für ihn im Gebrauch waren.

Der Ursprung von Malbec liegt in Cahors. Der Besitzer von Château de Pressac, einem Weingut bei Saint-Emilion, brachte um 1740 die Malbec-Pflanze nach Bordeaux. Daher wurde die Rebe dort auch erst «Noir de Pressac» genannt. Im Médoc bekam Malbec seinen heutigen Namen. Die ursprüngliche Beziehung ist Côt oder cot.

Seit dem verheerenden Frost 1956 in Frankreich gaben die meisten einheimischen Winzer dem Anbau von Merlot den Vorzug. Heute befindet sich das grösste Anbaugebiet in Argentinien. Malbec gilt gar als Aushängeschild des südamerikanischen Landes.

Geschätzt werden die fast lilaschwarzen Malbec-Weine für ihre fruchtige Würze, die oft typische Pflaumen- und Tabaknoten aufweist.

Mazuelo 

In Frankreich unter Carignan, in Italien als Carignano und in Spanien als Cariñena bekannt, ist die rote Rebsorte einer der 10 häufigsten angebauten Sorten weltweit. Ursprünglich stammt sie aus dem spanischen Aragonien mit der gleichnamigen Stadt Cariñena. Dort hat aber mittlerweile die Sorte Garnacha die Nase vorn. Die spät reifende Carignan wird heute hauptsächlich in Frankreich und Algerien angebaut. Ausserdem in Spanien, Italien, Portugal, Kalifornien und Südamerika, wobei sich das Mittelmeerklima als ideal herausgestellt hat. Tiefgründige, konzentrierte Weine entstehen aus wenigen alten Rebstöcken in kargen Lagen.

Cariñena ist oft Cuvée-Partnerin, z.B. zusammen mit Tempranillo für Rioja-Weine. Im Languedoc ist die Traube in fast allen Weinen vertreten, wird aber in ihrem Anteil beständig verringert und durch Syrah und Cinsaut ersetzt, die aromareicher und feiner sind. Allerdings hat sich Cariñena auf den mineralische Llicorella-Böden im Priorat durchsetzen können und erzielt dort beste Ergebnisse. Dank ihrer kräftigen, rauen Tannine, der Säure und dunklen Farbe wird sie aber auch dort meistens verschnitten.

Merlot

Merlot zählt zu den wichtigsten Rebsorten weltweit und ist fast untrennbar mit Cabernet Sauvignon verbunden. Gerade bei Weinen aus dem Bordeaux bildet entweder die eine oder andere rote Rebsorte den Hauptanteil. Die Liste bekannter und herausragender Merlot-Weine ist lang. Dazu gehören berühmte «Supertuscaner», aber auch der sortenreine Masseto der Tenuta dell’Ornellaia, dessen Trauben auf einem einzigen Weinberg in perfekter Lage wachsen. Mittlerweile begeistert auch die Neue Welt mit Spitzen-Merlots aus Chile, den USA, Südafrika und Argentinien den Weinliebhaber.

Die Rotweinsorte Merlot ist eine alte Kreuzung aus der fast ausgestorbenen «Magdeleine noir des charentes» und der Cabernet Franc. Dies führt zu einer engen Verwandtschaft mit dem berühmten Cabernet Sauvignon.

Die Weine zeichnen sich durch ihre kirsch- bis rubinrote Farbe aus. Sie weisen einen mittleren bis hohen Alkoholgehalt vor, sind körperreich und weich. Merlots sind eher säure- und gerbstoffarm, schmecken fruchtig bis marmeladig und erinnern an dunkle Kirschen und Beeren. Noten von schwarzen Johannisbeeren, Kirsche und Feige sind typisch. Bei zu langer Lagerung weichen die Frucht- den Kräuteraromen.

Montepulciano

Die alte Rotweinsorte Montepulciano und die daraus erzeugten Weine Montepulciano d’Abruzzo werden oft mit dem Vino Nobile di Montepulciano verwechselt. Letzterer wird jedoch hauptsächlich aus Sangiovese gekeltert und stammt – wie der Name sagt – aus Montepulciano, der toskanischen Stadt in der Provinz Siena. Dort hingegen wird die Rebsorte Montepulciano nicht angebaut. Der Ursprung der Rebsorte ist umstritten. Eine der Theorien besagt, dass Montepulciano ursprünglich tatsächlich aus der Region der gleichnamigen Stadt in der Toskana stammt. Die Montepulciano-Rebe reift spät und benötigt sehr viel Sonne, weshalb sie in den heisseren Regionen Italiens wie den Abruzzen, den Marken, Umbrien und Apulien angebaut wird.

Die Weine aus der Montepulciano-Traube sind gut lagerfähig, können aber auch jung getrunken werden. Sie sind tiefdunkel, voll, kräftig, weisen einen hohen Alkoholgehalt und wenig Säure auf und werden meistens trocken ausgebaut. Häufig wird Montepulciano als farb- und tanninverstärkender Verschnittpartner eingesetzt. Der wohl berühmteste Wein der Montepulciano-Traube ist der Montepulciano d'Abruzzo, der bis zu 70 Prozent aus Montepulciano besteht.

Müller-Thurgau 

Riesling-Silvaner 

Die Weissweinsorte Müller-Thurgau wurde 1882 vom Schweizer Önologen und Pflanzenphysiologen Hermann Müller aus dem Kanton Thurgau an der Forschungsanstalt Geisenheim im Rheingau gezüchtet. Sie gilt als erfolgreichste Weissweinneuzüchtung weltweit und ist eine Kreuzung aus den Sorten Riesling und Madelaine Royale. Der Ursprung konnte jedoch erst 1998 bei einer Genuntersuchung abschliessend geklärt werden. Denn Müller-Thurgau, wie sich Hermann Müller selbst nannte, konnte die Kreuzungspartner nicht mehr genau eruieren bzw. dachte, es würde sich um Riesling und Silvaner handeln. Noch heute wird die Traubensorte in der Schweiz auch Riesling Silvaner genannt, aus Marketinggründen auch Rivaner («Ri» von Riesling, «vaner» von Silvaner).

Die früh austreibende Müller-Thurgau neigt zu hohen Erträgen, was viele Winzer zu eher schlichten, fruchtigen Weinen verleitet. Die Rebsorte kann aber weitaus mehr und ist mit ihren zart-zitrisch schmeckenden Beeren sowie Aprikose und Marille-Noten auch beliebte Cuvée-Partnerin.

Nebbiolo 

Die spät reifende Rotweinsorte Nebbiolo stammt aus dem Piemont und gehört zu den anspruchsvollsten Rebsorten bezüglich Boden und Lage. Sie gedeiht fast ausschliesslich nur auf kalkhaltigen Mergelböden an steilen Süd- oder Südwestlagen. Aus Nebbiolo entstehen tanninreiche, kraftvolle Weine, die eine lange Reifezeit erfordern wie Barolo, Barbaresco, Nebbiolo d’Alba und Sforzato di Valtellina DOCG. Sie gehören zu den am langsamsten reifenden Weinen überhaupt und behalten deshalb ihre Qualität auch über lange Dauer. Wirklich hochwertige Weine wurden wohl gerade deshalb bis jetzt nur in der Alten Welt gekeltert bis auf eine Bodega in Uruguay. Die perfekten Lagen sind rar.

Nebbiolo leitet sich von «nebbia», ital. Nebel, ab. Denn bei Vollreife bildet sich auf den Beeren ein weisser Belag. Auch bedeckt häufig Nebel die Hügel, wenn die dickschalige, kleinbeerige Sorte reif wird. Grosse Jahrgangsschwankungen sind häufig.

Nero d'Avola

Die rote Rebsorte Nero d’Avola wird vor allem in Sizilien angebaut und wächst dort auch an den Vulkanhängen des Ätna. Wegen ihrer dunklen Weine auch wörtlich «Schwarzer aus Avola» gilt sie bei den Einheimischen aufgrund ihrer vorzüglichen Eigenschaften gar als «Principe Siciliano», also sizilianischer Fürst.

Ihre Weine sind kräftig und alkoholreich, wobei diese erst seit den 1990er-Jahren sortenrein auf den Markt gekommen sind. Generell sind die Nero d’Avola Weine konzentriert, harmonisch, unkompliziert und sympathisch. Rauchig-feurige Noten aufgrund der vulkanischen Böden sind typisch für diese Charakterweine.

Nero di Troia

Nero di Troia ist eine autochthone, ertragsarme Rotweinsorte aus Apulien. Ursprünglich Uva di Troia, also Traube von Troja, wurde ihr Ursprung in Griechenland vermutet. Ihr Name stammt jedoch vermutlich vom italienischen Trója. Der Ort unweit von Foggia wurde vom Helden Diomedes, einem der Krieger im legendären Trojanischen Pferd bei der Eroberung von Troja, gegründet.

Die hohe Anfälligkeit für echten und falschen Mehltau führte zu einem Anbaurückgang der spätreifenden Sorte. Sortenrein ausgebaut, bringt die Rebe tiefdunkle, tanninbetonte Rotweine mit ausgewogener Säure und einem meist sehr hohen Alkoholgehalt hervor.

Petit Verdot

Die rote Rebsorte Petit Verdot hat ihren Ursprung in Frankreich, wo sie hauptsächlich im Médoc angebaut wird. Die weltweite Anbaufläche beträgt weniger als 3000 Hektar. Der Anbau dieser Rebsorte ist in Frankreich nicht unproblematisch, da sie sehr spät reift und somit oft die Gefahr besteht, durch sehr frühe Fröste die gesamte Ernte zu verlieren. In Südaustralien, Südafrika und Chile reift sie verlässlicher und wird zu sortenreinem Wein vinifiziert.

Jung getrunken weist der Petit Verdot Aromen von Brombeeren, schwarzen Johannisbeeren, Banane und Kerbel auf. Im Alter entwickeln sich dann Noten von Veilchen, Leder, Tabak und schwarzem Pfeffer. Petit- Verdot-Weine sind dunkelfarbig, körperreich und mit kräftigen Gerbstoffen ausgestattet.

Pinot Grigio

Pinot Gris

Diese Rebsorte ist unter dem französischen Pinot Gris, dem italienischen Pinot Grigio und dem deutschen Grauburgunder bekannt. Trotz ihrer rötlichen bis roten und grauen Farbe, zählt sie zu den Weissweinsorten. Die grösste Anbaufläche findet man in Deutschland, gefolgt von Australien und Frankreich. Aber auch in den USA, Neuseeland, Österreich und der Schweiz gedeiht die früh reifende Traube prächtig.

Die Weine sind trocken bis süss und grundsätzlich säurearm, aber körper- und extraktreich mit eher hohem Alkoholgehalt. Während die Norditalienischen Pinot Grigios eher mineralisch und trocken sind. Premium-Weine werden auch im Barrique ausgebaut.

Pinot Noir

Klevner

Der Ursprung der Pinot Noir-Rebe (Spätburgunder, Pinot nero, Blauburgunder, Schwarzburgunder) geht bis in 4. Jahrhundert zurück, wo er von seiner Heimat, dem Niltal, durch die Römer ins Burgund übersiedelt wurde. Sie gilt als sehr hochwertig und ist eine klassische Rotweinsorte der kühleren Weinbaugebiete. Von Karl dem III. wurde sie vom Burgund an den Bodensee gebracht, von wo aus sie Verbreitung in der Schweiz und in Deutschland fand. Im Kanton Wallis wird die Pinot Noir gar als traditionelle Rebsorte betrachtet. Der Pinot Noir ist ferner ein wichtiger Verschnittpartner für die Champagner-Erzeugung.

Keine andere Sorte ist im Geschmack so abhängig von der Bodenbeschaffenheit und dem Klima der Region, in welcher sie angebaut wird, wie der Pinot Noir. Der Wein wird gelegentlich als «König der Rotweine» bezeichnet. Der Ausbau gilt wegen ihrer dünnschaligen Häuten als anspruchsvoll.

Die Weine können sich mit zahlreichen Nuancen präsentieren, sei es als filigrane, aromatische Weine mit schönen Fruchtnoten. Oder als opulente, gerbstoffreiche, kräftige Weine mit ausladender fülle und anhaltendem Abgang.

Pinotage

Die Rotweinsorte Pinotage gilt als Südafrikas Weinikone und wurde sozusagen für die lokalen Bedingungen massgeschneidert. Sie wird bis heute fast ausschliesslich in Südafrika angebaut. Da begehrte Rebsorten wie Pinot Noir am Kap nicht gedeihen wollten, arbeitete die Universität Stellenbosch an einer Alternative. 1924 gelang ihr mit der erfolgreichen Kreuzung zwischen der edlen Pinot Noir und der resistenten Cinsault der Durchbruch: Die Geburtsstunde der Pinotage.

Sie ist früh reifend und sehr zuckerhaltig und gedeiht am besten in heissen und trockenen Reblagen. Die Weine sind dunkelrot, vollmundig, mit einem fruchtigen Waldbeeren-Aroma, Pflaumennoten und tropischen Früchten. Pinotage wird vermehrt reinsortig ausgebaut, ist aber auch eine ideale Cuvée-Partnerin. Im Pinotage gibt es mehr Antioxidantien als in jeder anderen Rotweinsorte.

Primitivo

Zinfandel

Die äusserst beliebte Rotweinsorte Primitivo (in USA Zinfandel, in Kroatien Crljenak Kaštelanski genannt) stammt ursprünglich aus Kroatien, wo sie an der Küste Dalmatiens beheimatet ist. In Italien ist sie vor allem in Süditalien verbreitet. Der Name verdankt die widerstandsfähige Rebe ihrer frühen Reife: Das italienische «primo» bedeutet «erster». Allerdings reifen die Beeren sehr unterschiedlich.

So kann eine Traube zur selben Zeit grüne und vollreife Beeren enthalten. Dies macht die maschinelle Ernte unmöglich.

Primitivo wurde lange als farbgebender Verschnittanteil in Cuvées verwendet. Heute gibt es zahlreiche, sortenreine Weine, die zu wegen ihres herausragenden Preis-Genuss-Verhältnis zu den beliebtesten Rotweinen Italiens gehören. Eine der bekanntesten Anbauzonen für Primitivo ist Manduria in Apulien. Von hier kommen Spitzenweine unter dem DOC-Siegel «Primitivo di Manduria».

Die Weine sind kraftvoll (bis zu 15 Volumenprozente), harmonisch und fruchtig. Charakteristisch sind Aromen von Kirsche, Brombeere, Schokolade, Pfeffer und Vanille aber auch Würznoten wie Zimt, Nelken und schwarzer Pfeffer. Wer kräftige Rotweine aus Barbera, Negroamaro oder Nero D’Avola mag, wird den Primitivo lieben. Gut ausgebaut können Primitivos über 10, 20 Jahre nachreifen und erreichen die Qualität grosser Bordeauxweine.

Zinfandel ist genetisch identisch mit der süditalienischen Rebsorte Primitivo. Sie gelangte Anfang des 19. Jahrhunderts in die USA. Ihren Namen erhielt sie irrtümlicherweise, da wahrscheinlich bei den Sendungen aus Österreich die Bezeichnung des «Zierfandler» auf eines der Pakete aufgedruckt wurde. Bei Zierfandler handelt es sich aber um eine weisse, österreichische Rebsorte. Aufgrund unterschiedlicher Bodenbeschaffenheiten und Klimas sind die italienischen und kalifornischen Weine geschmacklich stark abweichend. Mit 100jährigen und älteren Reben in Pazifiknähe entstehen einzigartige, filigrane Rotweine, die über 10 bis 20 Jahre zu überraschender Komplexität heranreifen.

Riesling

Die Edelrebe Riesling stammt aus Deutschland. Nachweislich wird sie dort seit mehr als 600 Jahren kultiviert. Eine typische Reb- und Weissweinsorte für kühlere Anbauregionen: Falls die Trauben nämlich zu schnell reifen, können langweilige, charakterlose Weine entstehen. Noch heute ist Deutschland bezüglich Anbauflächen und Qualitäten Spitzenreiter. Allerdings stammen auch viele herausragende Qualitäten aus Frankreich (Elsass), Österreich, Südafrika, Australien und Neuseeland.

Die charaktervollen Weine sind bekannt für ihr gutes Alterungspotenzial und vielfältigen Geschmacksrichtungen. Auch junge, frische Weine können überzeugen. Der Riesling präsentiert sich rassig, lebendig, frisch-elegant, stahlig und mineralisch. Hauptmerkmal ist die typische pikante, fruchtige Säure, die ihn zu einem herausragenden Essensbegleiter gerade auch von der asiatischen Küche macht.

Aus der beliebten Sorte werden auch hochwertige Süssweine hergestellt. Entweder wird sind als Eiswein oder spät mit der für Dessertweine nötigen Edelfäule geerntet. Auch Schaumweine werden daraus hergestellt.

Sangiovese

Die Sangiovese ist eine der wichtigsten und häufigsten Rotweinreben Italiens. Am weitesten ist sie in der Toskana und den angrenzenden Weinregionen verbreitet. Die Rebe entstand aus einer spontanen Kreuzung der Sorten Ciliegiolo x Calabrese di Montenuovo und tauchte erstmals im 16. Jahrhundert unter dem Namen Sangiogheto auf. Ihre Herkunft ist nicht abschliessend geklärt: Die Toskana wie auch Emilia-Romagna behaupten, sie stamme aus dem jeweiligen Gebiet. Die Sorte neigt stark zur Mutation. Deshalb gibt es eine Vielzahl von Klonvariationen, die unter verschiedenen Namen angebaut werden.

Sangiovese-Weine sind äusserst vielseitig und reichen vom einfachen Sangiovese di Romagna zum toskanischen Vino Novello bis zum hervorragenden Brunello die Montalcino. Einige der besten italienischen Rotweine sind Verschnitt-Weine aus Sangiovese und Cabernet Sauvignon. Wegen ihrer hohen Qualität haben die Weine den Namen «Supertoskaner» erhalten. Die Sangiovese ist ausserdem Basisrebe für den Chianti, zu dem sie mindestens drei Viertel Anteil beisteuern muss.

Junge Weine bestechen durch Kirsch- und Blumenaromen wie Iris und Veilchen und haben einen leichten Bitterton. Kräuter und Gewürze sind typisch. Auf Holz ausgebaute Weine haben einen pflaumenartigen Ton, sowie weisen Waldaromen von Unterholz, Trüffel und Pinien sowie Tiergerüche von Rauchwaren und Leder auf. Charakteristisch ist eine schöne Säure und ein variierender Tanningehalt.

Sauvignon blanc

Sauvignon blanc zählt zu den beliebtesten Rebsorten weltweit und ist die zweitwichtigste Rebe für die Herstellung von Weisswein nach Chardonnay. Ihre Herkunft ist unbekannt, jedoch wird sie seit Anfang des 18. Jahrhunderts rund um Bordeaux angebaut. Sauvignon blanc ist vom französischen «sauvage» abgeleitet, das bedeutet wild.

Neben Frankreich hat vor allem Neuseeland den Anbau von Sauvignon blanc für sich entdeckt, dessen fruchtigen Stil zur stark wachsenden Beliebtheit dieser Weine beigetragen hat. Die Neuseeländer, wie auch Chilenen und Südafrikaner haben den ursprünglichen Ausbau-Stil des Loire-Tals erfolgreich übernommen. Durch gekühlte Gärung und Staltank-Ausbau entstehen frische, geradlinige Weine. Sortenrein präsentiert sich ein Sauvignon blanc als frisch, zitrisch mit pikanten Johannis- und Stachelbeeraromen. Auch exotische Aromen wie Ananas, Passionsfrucht, Pfirsich, Birne, Melone und Feige können auftreten. Bei ungenügender Reife treten grasige Noten (frisch gemähtes Gras) hervor und der Wein wirkt dünn und unharmonisch.

Sauvignon blanc-Reben, die zu viel Sonne erhalten, bringen Weine von niedriger Frische hervor. Um dem entgegen zu wirken, wird in Kalifornien der Sauvignon blanc auf Holz ausgebaut und teilweise auch gegärt. Das macht den Sauvignon blanc aus Kalifornien, dor als «Fumé Blanc» bekannt, voller und kräftiger. Aus der Rebe entstehen trockene, aber auch halbsüsse und süsse Weine wie der weltbekannte Dessertwein Sauternes.

Sémillon

Die alte Weisswein-Sorte Sémillon stammt aus Südwestfrankreich. Sie ist hauptsächlich in Frankreich verbreitet, wird jedoch auch in Australien, Südafrika, Chile und den USA (Washington) angebaut. Wegen ihrer dünnen Schale ist sie anfällig für Edelfäule. Diese hingegen ist erforderlich für edelsüsse Dessertweine, ihr Haupteinsatzgebiet. Als Basissorte wird sie deshalb zusammen mit Muscadelle und Sauvingon blanc für die grossen Süssweine des Bordeaux wie Sauternes aber auch für Weisswein und den Schaumwein Crémant de Bordeaux verwendet.

Shiraz

Syrah

Obwohl der Ursprung der Syrah-Rebe lange in Persien vermutet wurde, ist dies dank DNA-Analyse heute widerlegt: Die edle Traube hat ihre Wurzeln im französischen Rhônetal. In Frankreich gehört sie auch heute noch zu den bedeutendsten Rotweinsorten. Gerade im nördlichen Teil der Rhône, der durch Steillagen geprägt ist, wachsen auch heute noch einige der besten Syrah-Weine der Welt.

1833 führte der schottische Weinbauexperte James Busby die Syrah in Australien ein. Dort wurde sie jedoch fortan «Shiraz» genannt, wohl in Anlehnung an die Grossstadt «Schiras» im Iran. Die Ausbreitung in Kalifornien, Chile und Argentinien folgte. Der Durchbruch gelang der Edelrebe in den 1980er Jahren durch den bekannten australischen «Grange» von Penfolds. Der Jahrgang 1951 zählt zu den teuersten Weinen der Welt.

Heute stehen die unterschiedlichen Bezeichnungen weniger für die Herkunft als die Art des Weinausbaus. So werden zum Beispiel in Chile oft auch «Syrah» im europäischen Stil für den halben Preis ihrer französischen Artgenossen produziert. Und in der Alten Welt kommen im Gegenzug immer mehr «Shiraz» nach neuem Vorbild auf den Markt.

Syrah-Weine sind terroirbetont, erdig und die Aromen erinnern an Kräuter und Lakritze. Shiraz-Weine sind hingegen alkoholreicher, fruchtiger und erinnern im Aroma an Marmelade, dunkle Beeren und Pfeffer.

Tempranillo

Tempranillo ist die bedeutendste Rotweinsorte in Spanien. Sie ist eine spontane Kreuzung der weissen Rebsorte Albillo Mayor und der roten Benedicto. Der Name stammt vom spanischen «temprano» (früh). Tempranillo heisst übersetzt «kleine Frühe», da die Beere kleiner ist und etwas früher reif werden als Garnacha-Trauben.

Sie wird fast im ganzen Land angebaut. Allerdings fallen die Weine je nach Region sehr unterschiedlich aus. Von eher leicht und fruchtig in der D.O.Ca. Rioja sind die Tempranillos aus der D.O. Ribera del Duero eher voller. Das D.O. Toro bringt wahre Kraftpakete der Traube hervor. Dort sind sie unter dem Namen Tinta de Toro bekannt. Generell präsentieren sie sich Tempranillos dunkel, bouquetreich und langlebig. Aufgrund ihrem geringen Säuregehalt sind sie bei vielen Weintrinkern äusserst beliebt. Aufgrund der milden Tannine können sie im Gegensatz zu den Cabernets auch schon jung getrunken werden.

Torrontés 

Torrontés, eigentlich Torrontés Riojano, gilt als bedeutendste weisse Rebsorte Argentiniens. In Chile wird sie für die Herstellung des alkoholischen Nationalgetränks «Pisco» verwendet. Sie ist nicht zu verwechseln mit der spanischen Weissweinsorte Torrontés – eine Verwandtschaft konnte bis jetzt nicht nachgewiesen werden. Torrontés Riojano wurde nach der argentinischen Provinz La Rioja benannt, wo diese ihren Namen von der spanischen Provinz La Rioja übernommen hat. Die Rebsorte bringt säurebetonte, aromatische Weine hervor, die dem Muskateller ähnlich sind. Sie sind sehr langlebig und sind oft Verschnittpartner mit Chenin Blanc und Ugni Blanc.

Touriga Nacional

Die autochthone Rebsorte Touriga Nacional gilt ein der wichtigsten Portugals, für den berühmten Portwein aufgrund ihrer geringen Erträge gar als edelste. Sie wird hauptsächlich im Dourotal und dem Alentejo angebaut. Hauptsächlich fliesst sie in die Portweinproduktion ein. Vereinzelt erfolgt aber auch ein trockener Ausbau.
Aufgrund ihrer besonderen Note ist sie auch in Cuvées einfach erkennbar. Sie liefert tiefschwarze, hochkonzentrierte Weine mit grosser Geschmacksfülle. Fruchtige Noten von dunklen Beeren, häufig blumige Akzente – vor allem Veilchen – aber auch Pinien, Kräuter und Eukalyptus sind typisch. Durch ihre mächtigen, aber eleganten Tannine sind die Weine enorm lagerfähig und verfügen über hohes Reifepotenzial.

Trebbiano

Ugni-Blanc

Die Weissweinsorte Trebbiano stammt vermutlich aus Italien, denn sie wird dort seit Jahrhunderten angebaut und gilt als meistangebaute Sorte. Sie ist nicht zu verwechseln mit Trebbiano d’Abruzzo und Trebbiano di Soave. Heute ist sie die meistangebaute Sorte Italiens, weitere Anbauflächen finden sich in Frankreich, wo sie im Süden unter «Ugni blanc» und im Cognac-Gebiet als «Saint-Émilion» bekannt ist. Trebbiano-Weine haben einen hohen Säuregehalt, eine neutrale Aromatik und einen schlanken Körper sowie weist wenig Extrakt und Alkohol auf. Gerne wird sie deshalb auch als perfekte Cuvée-Ergänzung eingesetzt, da im Süden die meisten Sorten viel Alkohol und wenig Säure liefern. So ist Trebbiano massgeblich an bekannten Weinen wie dem Trebbiano di Romagna oder dem Trebbiano d'Abruzzo beteiligt. Grosse Mengen fliessen auch in die Balsamico und Spirituosenproduktion wie z.B. Cognac. Auch Armagnac entsteht weitgehend aus dieser Sorte und in Mexiko und anderen Ländern liefert sie die Basis für den Brandy.

Viognier

Die weisse Rebsorte Viognier stammt aus Frankreich. Besonders in den letzten Jahren erfreut sie sich zunehmender Beliebtheit. In den nördlichen Côtes du Rhône wird sie zu einigen der seltensten und teuersten Weissweine Frankreichs verarbeitet (Condrieu und Château Grillet). Wegen ihres einmaligen Charakters wird Viognier ausserhalb dem Rhône-Gebiet auch vermehrt in Kalifornien, Südafrika, Australien, Neuseeland und Chile angebaut, meistens jedoch immer noch als Verschnittpartner. Gute reinsortige Weine sind nach wie vor rar. Die Sorte gilt als extrem widerstandsfähig gegen Trockenheit, ist aber sehr anfällig für echten Mehltau, was meistens deutliche Ertragseinbussen zur Folge hat. Die Weine sind kräftig in Farbe und Alkohol. Von allen aromatischen Rebsorten bringt Viognier wohl das anspruchsvollste und komplexeste Bouquet hervor. Der Geschmack mag zuweilen eigenwillig anmuten: Sehr cremig mit ungewöhnlich niedriger Säure, mineralischer Frucht und viel Alkohol.

Zweigelt 

Die Rotweinsorte Zweigelt ist die österreichische Antwort auf Pinot Noir. Von einfachen, jung zu trinkenden Stimmungsmachern bis zu komplexen und kraftvollen Gewächsen aus dem Barrique bietet die Rebsorte für fast jeden Geschmack etwas.

Zweigelt stammt aus einer Kreuzung der Sorten Blaufränkisch und St. Laurent in den 1920er Jahren. Namensgeber ist ihr Erschaffer, der Rebenzüchter und Entomologe Professor Fritz Zweigelt. Allerdings erhielt sie diesen Namen erst 53 Jahre später. Zuerst nannte man sie Rotburger, eine Kombination aus der Farbe Rot und der Herkunft von Herrn Zweigelt Klosterneuburg. Heute ist die vielseitige Zweigelt die in Österreich am meisten verbreitete rote Rebsorte. Als charakteristisch gilt die fruchtige Note.